Roboter aus dem Baukasten

Veröffentlicht am: 25.09.14 in der Nordsee-Zeitung

Haupt- und Realschule Loxstedt erweitert ihr Angebot auf dem Gebiet der Informatik und Technik

Loxstedt. An der Haupt- und Realschule werden künftig auch Roboter gebaut. Möglich macht das eine Spende des Schulvereins, der gestern acht „Lego Mindstorm“ Robotik-Sets an die Schule übergab.

„Als ich von der Spende hörte, habe ich das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht gekriegt“, erzählte Technik-Lehrer Markus Hoppe, der die neu gegründete Roboter-AG an der Haupt- und Realschule leitet, und schmunzelte noch immer.

Der Vorsitzende des Schulvereins, Philipp Kliem, kann die Begeisterung des Pädagogen sehr gut verstehen. „Als wir gesehen haben, um was es da geht, waren wir auch sofort Feuer und Flamme“, sagt der Vereinsvorsitzende. Die Mindstorm-Sets sind auf den Schulunterricht zugeschnittene Baukästen zur Konstruktion von Robotern. 4500 Euro hat die Anschaffung der acht neuen Sets gekostet.

Neben Standardelementen wie Streben, Achsen und Verbindungsstücken enthalten die Basis-Sets verschiedene Sensoren und Servomotoren, mit deren Hilfe die Schüler etwa kleine Krane oder selbstfahrende Fahrzeuge bauen und mit einer einfach erlernbaren Programmierung für verschiedene Einsatzzwecke konfigurieren und sogar mit dem Handy steuern können. Das ist weit mehr als eine technische Spielerei. „Mit dem Temperaturfühler, der dazugehört, kann man zum Beispiel auch Messroboter für den Physikunterricht bauen“, erklärt Hoppe.

So sieht auch Schulleiter Thomas Specht in den Baukästen eine gute Möglichkeit, gerade die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) spannender und erlebnisorientierter zu gestalten. „Fünf ältere Sets hatten wir schon, zusammen mit den jetzigen acht können insgesamt 26 Schüler daran arbeiten“, erklärt Specht. „Die Arbeit zu zweit an je einem Projekt soll die Schüler in die Lage versetzen, gemeinsam Problemlösungen zu entwickeln.“ Schon jetzt ist absehbar, dass der Kurs voll wird. Besonders freut sich der Schulleiter über das Interesse vieler Mädchen.

Auch den Lehrern soll das Geschenk des Schulvereins zugutekommen. „Von den wenigen Schulen in der Umgebung haben wir jetzt eine der besten Ausstattungen mit Mindstorm-Sets“, ist Markus Hoppe sicher. Die Loxstedter Haupt- und Realschule könnte somit auch zum regionalen Stützpunkt für Lehrerfortbildungen auf dem Gebiet der Robotik werden. (jsc)

Der erste Automat (Vordergrund) ist fertig: Gemeinsam mit Techniklehrer Markus Hoppe (links), Schulleiter Thomas Specht (ganz rechts) und Philipp Kliem vom Schulverein freuen sich die Schüler über die neuen Roboter-SetsDer erste Automat (Vordergrund) ist fertig: Gemeinsam mit Techniklehrer Markus Hoppe (links), Schulleiter Thomas Specht (ganz rechts) und Philipp Kliem vom Schulverein freuen sich die Schüler über die neuen Roboter-Sets. Schönig

Kistenweise Material für Grundschüler

Veröffentlicht am: 14.07.14 in der Nordsee-Zeitung

Schulverein Stotel spendet neun Klassenkisten – Gemeinde Loxstedt stellt 7000 Euro zur Verfügung

Stotel. Über neun Klassenkisten voller Unterrichtsmaterial freuen sich Tina Busch, stellvertretende Schulleiterin der Grundschule Stotel, und die Mädchen und Jungen. Gesponsert hat die Kisten der Schulverein. Sie enthalten Material verschiedener Schwierigkeitsgrade und sind damit für die erste bis vierte Klasse einsetzbar. „Die Klassenkisten sind super. Damit wird der Sachunterricht abwechslungsreicher und spannender“, sagt Tina Busch.

Wie man Brücken baut, hat die Klasse 2a gleich ausprobiert und mit ein wenig Geduld und Geschick gelingt der Bau der „Leonardo-Brücke“ allen Kindern. Das ist einer von drei Themenbereichen. „Wir bemühen uns, allen Schulen der Gemeinde etwas zukommen zu lassen“, sagt Philipp Kliem vom Schulverein. „Die Idee der Klassenkisten kam von der Grundschule. Wir halten das für eine gute Sache.“

Das Material kommt gerade zur richtigen Zeit, denn mit Beginn des neuen Schuljahres wollen die Lehrkräfte den Kindern mehr Freiräume für offene Unterrichtsformen einräumen. „Bei uns arbeiten inzwischen vier Lehrerinnen mit ,Montessori-Diplom‘. Sie haben sich während einer Weiterbildung mit der Pädagogik Maria Montessoris befasst. Das erworbene Wissen geben sie nach den Sommerferien weiter“, erklärt Schulleiterin Sabine Friele. Die Montessoripädagogik setzt auf freies Arbeiten der Schüler, begleitet vom Lehrer.

Egal, welchem pädagogischen Ansatz man folgt: Umfangreiches Material ist für jede Form wichtig. Zukünftig sollen mindestens eine Unterrichtsstunde aus Deutsch, Mathematik und Sachunterricht als Freiarbeitsstunden verankert werden. „Für den Deutsch- und Mathematikunterricht haben wir Montessori-Materialien gekauft. Auch diese hätten wir aus dem normalen Etat für Lehr- und Lernmittel nicht anschaffen können“, erläutert Sabine Friele.

Rund 7000 Euro stellte auch die Gemeinde Loxstedt für das neue Unterrichtsmaterial zur Verfügung. „Zusammen mit der Spende des Schulvereins ist ein guter Grundstein gelegt. Wir sind überzeugt, dass alle Kinder davon profitieren“, so Sabine Friele. (be)

Neun Klassenkisten mit Lehrmaterial unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade für die Klassen eins bis vier überreichte Philipp Kliem vom Schulverein Loxstedt. Die Klasse 2a hat schon einmal einige ausgepackt und ausprobiert, was sich damit alles machen lässt.Neun Klassenkisten mit Lehrmaterial unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade für die Klassen eins bis vier überreichte Philipp Kliem vom Schulverein Loxstedt. Die Klasse 2a hat schon einmal einige ausgepackt und ausprobiert, was sich damit alles machen lässt. Becker

Nachmittags in den Schulzoo

Veröffentlicht am: 19.02.14 in der Nordsee-Zeitung

Haupt- und Realschule Loxstedt weitet Ganztagsangebot ständig aus – Kooperation mit dem Gymnasium

von barbara Fixy

Loxstedt. Sparkle ist schlau, wenn man das von einer Wüstenrennmaus behaupten darf. Sicherlich aber ist sie ein wichtiges Mitglied im Loxstedter Schulzoo. Der wiederum ist ein Mosaiksteinchen im Ganztagsbetrieb der Haupt- und Realschule, auf das manch Pennäler vom Gymnasium sehnsüchtig schaut. Nicht zuletzt wegen des Zoos soll es nun nachmittags eine Kooperation mit dem benachbarten Gymnasium geben.

„Wir wollen die Nachmittagskurse an unserer Schule und am Gymnasium für alle Schüler dieses Schulzentrums öffnen“, kündigt der kommissarische Leiter der Haupt- und Realschule (HRS), Thomas Specht, an. Auf die Idee gekommen sei man durch einen Schüler. „Wenn ich aufs Gymnasium gehe, kann ich dann auch in den Schulzoo?“, hatte der Junge gefragt und musste sich mit einem Nein abfinden.

Doch der Schüler hatte die Lehrer auf die Idee gebracht. Im Konzept der Ganztagsschule müssen sie anbieten, was den Kindern gefällt. Denn die Angebote müssen überzeugen, weil die Teilnahme an den Kursen montags, dienstags und donnerstags freiwillig ist. Auch auf Schülerwünsche geht zum Beispiel das Bewegungsangebot Parcouring zurück, bei dem Hindernisse spielend überwunden werden. Darüber hinaus gibt es Mannschaftssport, der in Kooperation mit den Vereinen angeboten wird. Aber es gibt auch den Lehrgang, in dem Schülerinnen und Schüler ihren Mofa-Führerschein machen können. Dafür steht ein Schulmofa bereit. Das Platzangebot ist begrenzt, der Kursus so beliebt, dass eine Warteliste geführt wird. Auch Musik wird nachmittags gemacht, Instrumentalunterricht angeboten.

Die Angebote werden teilweise über Honorarkräfte abgedeckt, die aus dem Budget der Schule bezahlt werden. Specht hofft, dass die HRS durch die Zukunftsoffensive Bildung der niedersächsischen Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) mehr Geld für die Finanzierung bekommt. Den Loxstedter Schulverein jedenfalls hat er schon überzeugt, ein neues Robotik-Angebot zu unterstützen.

Seit 2009 gibt es die Ganztagsschule an der HRS Loxstedt. Das Angebot wird stetig ausgeweitet. Zurzeit nehmen von 584 Schülern 225 teil.

Nachmittags zeigt Sparkle, die Wüstenrennmaus, wie sie mit Hilfe ihres Orientierungssinns sogar im Labyrinth klarkommt und zurück in ihre eigene Box findet. Dann kommen auch die Leopardengeckos Bonnie und Clyde zu ihrem Recht, die von den Mitgliedern der Zoo-AG auf Händen getragen und liebevoll gestreichelt werden. Zoo-Kümmerer ist kein Nebenjob. Hauke (10) berichtet: „Ich beschäftige mich gern mit Tieren. Und in den Pausen habe ich sowieso nichts zu tun.“ Will heißen: Dann umsorgt er das tierische Personal des Schulzoos.

Zärtlich geliebt: Die Leopardengeckos Bonnie (links) und Clyde werden auf Händen getragen und genießen es.Zärtlich geliebt: Die Leopardengeckos Bonnie (links) und Clyde werden auf Händen getragen und genießen es.